Deutscher Buchpreis für Uwe Tellkamp

Uwe Tellkamp ist mit seinem Roman „Der Turm“ der diesjährige Gewinner des Deutschen Buchpreises. Die Auszeichnung ist dem 39-jährigen Schriftsteller im Frankfurter Römer übergeben worden.

„Uwe Tellkamps großer Vorwenderoman ‚Der Turm‘ entwirft in einer Fülle von Szenen, Bildern und Sprachformen das Panorama einer Gesellschaft, die ihrem Ende entgegentaumelt. Am Beispiel einer bürgerlichen Dresdner Familie erzählt er von Anpassung und Widerstand in einem ausgelaugten System. Der Roman spielt in den verschiedensten Milieus, unter Schülern, Ärzten, Literaten und Politkadern. Uwe Tellkamp schickt seinen rebellischen Helden Christian Hoffmann auf eine Höllenfahrt, aus seiner Enklave in den Militärdienst bis zum Strafvollzug der NVA. Den Lesern erschließen sich wie nie zuvor Aromen, Redeweisen und Mentalitäten der späten DDR. Unaufhaltsam treibt das Geschehen auf den 9. November zu“, hieß es in der Begründung der sieben Jury-Mitglieder.

Uwe Tellkamp, 1968 in Dresden geboren, hat die DDR am eigenen Leib erfahren: Nach seinem Wehrdienst in der NVA verlor er wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ seinen Studienplatz. Im Zuge der Wende wurde er sogar inhaftiert. Anschließend konnte er sein Medizinstudium wieder aufnehmen und ging an die Universitäten von Leipzig, New York und Dresden. Dort arbeitete er als Arzt in einer Klinik. Derzeit lebt er als Schriftsteller in Freiburg.

Tellkamp ist kein literarischer Unbekannter. 1994 gewann er den Bachmann-Preis. Sein erster Roman „Eisvogel“ erregte Aufsehen und provozierte eine eher gespaltene Reaktion der Kritik. Bereits vor der Vergabe galt Tellkamp als Favorit beim diesjährige Rennen um die höchste Buchauszeichnung Deutschlands. Zuvor hatte er schon für „Der Turm“ den Uwe-Johnson-Preis erhalten.

[via hr-online.de]

Literaturnobelpreis für Jean-Marie Gustave Le Clézio

Jean-Marie Gustave Le Clézio ist ein rastlos Reisender, ein Nomade. Einer, der kein Land seine Heimat nennt: „Ich spreche Französisch, das ist meine Muttersprache und meine Nationalität. Ich schreibe gern auf Französisch. Aber ich habe Schwierigkeiten, mich an einem Ort zuhause zu fühlen. Ich hänge eher an Erinnerungen“, sagt Le Clézio über sich selbst.

England, Frankreich, Nigeria, Indien, Panama, Amerika, der Südpazifik. Le Clézio ist auf der ganzen Welt unterwegs für Begegnungen, aus denen Literatur wird. Er gilt als Gentleman-Autor in Frankreich, als Humanist, als Zivilisationskritiker. Der 68-Jährige ist groß gewachsen, blond, diskret. Er ist einer, der glüht für seine Literatur. Er hat Romane geschrieben, Essays, Novellen, sogar Übersetzungen von indischer Mythologie.

Jean Marie Gustave Le Clézio wird 1940 in Nizza geboren. Sein Vater ist britischer Mediziner, die Mutter stammt aus der Bretagne. Le Clézio wächst zweisprachig auf. Als Junge zieht er mit seiner Familie nach Nigeria. Dort schreibt er mit acht Jahren seine ersten Gedichte und Geschichten. Afrika lässt ihn bis heute nicht mehr los. Sein letztes Buch, das auf Deutsch veröffentlicht wurde, ist ein Reisebericht aus dieser Zeit – „Der Afrikaner“ heißt es. Le Clézios frühe Werke sind vom französischen Existenzialismus geprägt. Später schreibt der Vater zweier Töchter dann auch Kinder- und Jugendbücher.

„Er hat den Preis mehr als verdient“, sagt Francois Bunel, der ein französisches Literaturmagazin herausgibt. „Er ist der größte lebende französische Schriftsteller. Er ist populär. Schon mit 23 hat er seinen ersten Literaturpreis, den Renaudot bekommen. In den 60ern war er noch eher experimentell, aber dann, in den 70er und 80ern, ist sein Talent fast explodiert und er ist seitdem sehr bekannt“, so Bunel über den Nobelpreisträger.

[via tagesschau.de]

Dazu aktuell bei uns im Bestand:

Zba LeClé
LeClézio, Jean-Marie G.:
Der Goldsucher : Roman / J.M.G. Le Clézio. – Stuttgart (u.a.) : Dt. Bücherbund, 1987. – 380 S.
Lizenz d. Verl. Kiepenheuer u. Witsch

SY: Zba

Die paradiesische Kindheit auf Mauritius wird durch Konkurs und Tod des Vaters jäh beendet. Mit alten Plänen macht sich der junge Alexis auf die Suche nach einem geheimnisvollen Schatz.