Literaturnobelpreis für Jean-Marie Gustave Le Clézio

Jean-Marie Gustave Le Clézio ist ein rastlos Reisender, ein Nomade. Einer, der kein Land seine Heimat nennt: „Ich spreche Französisch, das ist meine Muttersprache und meine Nationalität. Ich schreibe gern auf Französisch. Aber ich habe Schwierigkeiten, mich an einem Ort zuhause zu fühlen. Ich hänge eher an Erinnerungen“, sagt Le Clézio über sich selbst.

England, Frankreich, Nigeria, Indien, Panama, Amerika, der Südpazifik. Le Clézio ist auf der ganzen Welt unterwegs für Begegnungen, aus denen Literatur wird. Er gilt als Gentleman-Autor in Frankreich, als Humanist, als Zivilisationskritiker. Der 68-Jährige ist groß gewachsen, blond, diskret. Er ist einer, der glüht für seine Literatur. Er hat Romane geschrieben, Essays, Novellen, sogar Übersetzungen von indischer Mythologie.

Jean Marie Gustave Le Clézio wird 1940 in Nizza geboren. Sein Vater ist britischer Mediziner, die Mutter stammt aus der Bretagne. Le Clézio wächst zweisprachig auf. Als Junge zieht er mit seiner Familie nach Nigeria. Dort schreibt er mit acht Jahren seine ersten Gedichte und Geschichten. Afrika lässt ihn bis heute nicht mehr los. Sein letztes Buch, das auf Deutsch veröffentlicht wurde, ist ein Reisebericht aus dieser Zeit – „Der Afrikaner“ heißt es. Le Clézios frühe Werke sind vom französischen Existenzialismus geprägt. Später schreibt der Vater zweier Töchter dann auch Kinder- und Jugendbücher.

„Er hat den Preis mehr als verdient“, sagt Francois Bunel, der ein französisches Literaturmagazin herausgibt. „Er ist der größte lebende französische Schriftsteller. Er ist populär. Schon mit 23 hat er seinen ersten Literaturpreis, den Renaudot bekommen. In den 60ern war er noch eher experimentell, aber dann, in den 70er und 80ern, ist sein Talent fast explodiert und er ist seitdem sehr bekannt“, so Bunel über den Nobelpreisträger.

[via tagesschau.de]

Dazu aktuell bei uns im Bestand:

Zba LeClé
LeClézio, Jean-Marie G.:
Der Goldsucher : Roman / J.M.G. Le Clézio. – Stuttgart (u.a.) : Dt. Bücherbund, 1987. – 380 S.
Lizenz d. Verl. Kiepenheuer u. Witsch

SY: Zba

Die paradiesische Kindheit auf Mauritius wird durch Konkurs und Tod des Vaters jäh beendet. Mit alten Plänen macht sich der junge Alexis auf die Suche nach einem geheimnisvollen Schatz.