Erklärt (8): Buchtechnik

Was für eine Technik? Na, eigentlich wäre „technische Buchbearbeitung“ der korrekte Ausdruck. Und natürlich werden nicht nur Bücher entsprechend bearbeitet.

Die technische Bearbeitung erfolgt in der Regel in der Einbandstelle bzw. der Abteilung das für diesen Vorgang zuständig ist. Die Bearbeitung erfolgt zwar meist, aber nicht zwangsläufig zum Ende des Geschäftsgangs. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn Vorgänge, die im allgemeinen zur technischen Bearbei­tung zählen, bereits mit dem Erwerb des Mediums eingekauft wurden, also außerhalb der Bibliothek vom Lieferanten gegen Bezahlung geleistet wurden.
Die Medien werden mit einem Bibliotheksstempel als Eigentumsvermerk versehen. Dies erfolgt nich unbedingt bei der technischen Bearbeitung, sondern meist bei Eingang des Buches in der Bibliothek, so dass dieses bereits als Eigentum der Bibliothek gekennzeichnet ist. Die Anbringung des Stempels erfolgt immer an ein- und derselben Stelle.
Im ersten Schritt werden Bücher foliiert, d.h. die Bü­cher werden mit einer Spezialfolie eingeschlagen, um sie so haltbarer zu ma­chen und vor starker Nutzung etwas zu schützen. Viele Bücher werden auch bereits mit bibliotheksgerechtem Einband gekauft, die Folie ist hier bereits aufgebracht, häufig kommt noch eine sogenannte Sonderbindung hinzu, inbesondere bei Taschenbüchern. Die Foliierung erfolgt meist nur für Bücher, seltener für andere Medien. Eine spe­zielle Bearbeitung beispielsweise bei Spielen ist aber durchaus üblich, um die Kartons, in denen die Spiele aufbewahrt werden, vor Verschleiß zu schützen. In den Bereich der technischen Medienbearbeitung fallen daher auch Arbei­ten, die medienspezifisch notwendig sind. Abhängig von der Verfahrensweise können dazugehören: Kopieren der Spielanleitung bei Spielen, Kopieren der Originalcover von CDs, CD-ROMs oder DVDs, Herstellen eines Stellvertre­ters für die Verbuchung von Medien, die an der Theke untergebracht sind, u.a.
In diesen Zusammenhang gehören auch die Tätigkeiten, die mit der An­bringung von Beilagen verbunden sind, die entweder fest in das Medium inte­griert werden oder erst bei Nutzung oder Ausleihe gesondert dazugetan wor­den. Dies betrifft vor allem lose Karten, Lösungshefte, CDs oder CD-ROMs als Anschauungs- oder Begleitmaterial. Zwischen dem Medium und seinen Beilagen muss eine eindeutige Verknüpfung erfolgen, meist durch die Medi­en- und Verbuchungsnummer, und der differenzierte Hinweis, dass das Aus­leihmedium aus mehreren, zusammengehörigen Teilen besteht.

Für fast jedes Medium wird ein Rückenschild (Signaturschild) angefertig und aufgeklebt. Es trägt die festgelegte Notation sowie in Öffentlichen Bibliotheken die ersten 3-5 Buchstaben der alphabetischen Ansetzung. Bei Bedarf werden noch Stoffkreiskennzeichen bzw. solche zum Präsenzbestand angebracht. Bei Titeln aus dem Nahbereich (Schöne Literatur etc.) wird zusätzlich ein Interessenkreisaufkleber aufgeklebt. Signaturschilder werden zusätzlich mit Klebefolie überklebt. Zusatzaufkleber können erforderlich sein für die Anbringung von Altersfreigaben oder für die Kennzeichnung von besonderen Aktionen oder Beständen, so u.a. für Kinderbücher, die zum Antolin-Bestand gehören. Zur Herstellung von Signaturschildern wird häufig entweder ein entsprechender Teil der Bibliothekssoftware verwendet oder ein spezielles PC-Pro­gramm, das die Schilder in standardisierter Struktur (Anzahl der Zeilen, maximale Zeichenanzahl auf 1 Zeile u.a.) in festgelegter Anzahl ausdruckt. Zuweilen werden unterschiedliche Farben zur Kennzeichnung von Bestandsbereichen eingesetzt.

In der Einbandstelle bzw. der buchtechnischen Abteilung geschieht meistens auch die Vorbereitung des Mediums auf die Ausleihverbuchung. Die Arbeiten sind abhängig von dem in der Bibliothek benutzten Verbuchungsverfahren. Bei den meisten EDV-Verfahren ist nur noch der Bearbeitungsstatus zu än­dern, so dass nach erfolgter medientechnischer Bearbeitung das Medium zu entleihen ist. Somit steht auch der Datensatz im Katalog sichtbar zur Verfügung.

[Quelle: Böttger, Klaus-Peter: Basiskenntnis Bibliothek. – 5., neubearb. u. erw. Aufl. – Bad Honnef: Bock+Herchen, 2011. – S. 118 ff.]

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